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PayPal meldet Patent für Kryptowährungen an

PayPal hat ein Patent für schnelle Transaktionen von Kryptowährungen angemeldet. Ihre Idee umfasst das Nutzen von „Zweitschlüsseln“, welche an den Wallet eines Benutzers gekoppelt sind. Anstatt eine Zahlung wie sonst zu überweisen, werden nur Teile der privaten Schlüssels ausgetauscht bzw. weitergegeben. Die privaten Schlüssel enthalten dabei eine bestimmte Menge an Geld.

In der Patentanmeldung steht, dass die Systeme und Methoden, die PayPal umsetzen möchte, dafür sorgen, dass die Zeit, die der Zahlungsempfänger auf seine Zahlung normalerweise warten muss, praktisch nicht mehr vorhanden wären.

Bei einer Transaktion mit digitalen Währungen geschieht das, indem der Zahlungsempfänger die privaten Schlüssel für die Adressen erhält, die einen bestimmten Wert einer digitalen Währung besitzen.

Wie soll das in der Praxis funktionieren?

Jemand, der z.B. einen Bitcoin besitzt, hat einen Bitcoin auf mehreren Adressen gelagert, d.h. auf der ersten Adresse hat er 0,1 Bitcoin, auf der zweiten 0,05 BTC, auf der fünften 0,005 Bitcoin und so weiter.

Wenn jemand jetzt einen Artikel kaufen möchte, der 0,055 BTC kostet, würde er dem Verkäufer die privaten Schlüssel der zweiten und fünften Bitcoin-Adresse senden, die genau diesen Betrag enthalten.

Der Verkäufer muss nicht auf die Bestätigungen warten und hat damit keine Wartezeiten und zugleich Sicherheit, da er eine sofortige Bezahlung erhält.

Persönliche Transaktionen

Ab sechs Bestätigungen wird eine Bitcoin-Transaktion als sicher und nicht mehr umkehrbar angesehen. Sobald die sechs Blöcke geschürft und der Blockchain hinzugefügt werden, kann der Verkäufer der Transaktion trauen. Bei einer Blockzeit von zehn Minuten bei Bitcoin bedeutet das eine Stunde – eine lange Wartezeit.

Das stellt dann kein Problem dar, wenn man die andere Person kennt und dieser vertraut, oder wenn man eine Sache online bestellt. Allerdings wird es dann problematisch, wenn der Bitcoin-Preis während der Wartezeit deutlich fällt. Möglicherweise hat der Verkäufer kein Interesse mehr an der Abwicklung oder verlangt mehr Bitcoins, um den gewünschten Preis (in Euro) zu erhalten.

Auch wenn jemand mit Bitcoin eine Tasse Kaffee kaufen möchte, muss er diese Zeit abwarten, wenn der Verkäufer darauf beharrt. Eine Stunde für einen Kaffee zum Mitnehmen ist dann doch etwas übertrieben.

Bei solchen Transaktionen wäre die Idee von PayPal hilfreich, eine sofortige sichere Bestätigung für den Verkäufer und der Käufer muss nicht warten.

Es muss nicht immer Bitcoin sein

Allerdings muss es auch nicht immer Bitcoin sein. Zum Beispiel Ether mit ca. 17 Sekunden und Litecoin mit 2,5 Minuten sind schnellere Alternativen für einen Einkauf.

Das Problem ist nur, dass viele Händler ausschließlich die bekannteste Kryptowährung akzeptieren. Und beim digitalen Gold kann es zu längeren Wartezeiten kommen – zumindest derzeit. Eventuell ändert sich das mit der Einführung des Lightning Netzwerkes, wodurch sofortige und fast gebührenfreie Überweisungen getätigt werden.

 

Kritik am Patent

PayPals‘ Ansatz ist aber nicht die beste Lösung für schnellere Transaktionen. Private Schlüssel sollten eigentlich nicht weitergegeben werden. Außerdem kann es sein, dass Betrüger diesen Dienst ausnutzen.

Wer einmal den privaten Schlüssel zu einer Adresse hat, kann diesen problemlos kopieren. Man übergibt dem Verkäufer zuerst den privaten Schlüssel, wartet bis der Tausch abgeschlossen ist und man seine Ware hat und anschließend nutzt man den privaten Schlüssel, um die Bitcoins an eine eigene Adresse zu senden.

Auch kommt es darauf an, wie die privaten Schlüssel weitergegeben werden. Geschieht das ohne ausreichende Verschlüsselung, sind die Schlüssel ein gefundenes Fressen für Hacker.

Es kommt auf die Umsetzung an und wie das System der Zweitschlüssel am Ende aussieht. Jedoch ist fraglich, ob dieses Patent noch nützlich ist, wenn das Lightning Netzwerk funktioniert.